
Liebe Liechtensteiner!
Darf ich mich vorstellen: Ich bin Lisi aus Liechtenstein. Ich bin drei Monate alt und wohne im Hotel Mama. In den letzten drei Monaten habe ich eine rasante Entwicklung durchgemacht. Das Resultat kann sich sehen lassen.
Seit über zwei Monaten schlägt mein übergroßes ❤ – nicht nur für mich, sondern auch für Euch. Denn ich hoffe, die Lichtensteiner und ihre Berge ☔ und Blumen ⚘ im kommenden März sehen zu können. In diesem September haben sich meine ersten Reflexe ausgebildet.
Mein Körper ist acht Zentimetern lang und 30 Gramm schwer. Ich finde, das ist eine Idealfigur. In meiner Freizeit lutsche ich am Daumen, nasche vom Fruchtwasser oder höre mit meiner Mama gemeinsam Musik ♫ ♬. Ich glaube, sie stammt von „Mozart“ (wenn ich den Namen richtig verstanden habe).
Doch nicht nur harmonische Klänge dringen an mein Ohr. Ich habe gehört, dass man in Liechtenstein kleinen Leuten wie mir an den Kragen gehen will. Für mich ist das ein Riesenschock. Soll das bedeuten, dass meine Vorfreude auf Liechtenstein eine Illusion war? Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Liechtensteiner keine anderen Sorgen haben, als ihre Zukunft umzubringen.
Außerdem finde ich es ziemlich feige. Wie, bitteschön, soll ich mich dagegen wehren? Waren jene, die mich umbringen wollen, einmal nicht selber in meiner Lage?
Helft mir! Ich darf selber nicht abstimmen. Darum geht für mich am 16/18. September zur Urne. Wehrt die Initiative mit dem irreführenden Namen „Hilfe statt Strafe“ ab! Der Landtag hat sie bereits mit großer Mehrheit abgelehnt. Nun ist das Volk gefragt. Ich bin einer davon. Wer stimmt für mich?
(Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, einmal Purzelbäume schlagen zu können.)
Lisi




